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Wissenswertes & Historisches

Im Folgenden ein paar Daten zur Geschichte und Entstehung Denklingens, historischen Plätzen sowie Zahlen und Fakten der Gemeinde Reichshof.                                      

Zahlen
Größe der Gemeinde: 114 km2
Einwohnerzahl: rund 20.000
Orte: 106
Hauptorte: Denklingen (Verwaltungssitz und Erholungsort), Eckenhagen (Heilklimatischer Kurort), Wildbergerhütte und Hunsheim

Bürgermeister: Rüdiger Gennies

Die Johanniskapelle in Odenspiel
Die Johanniskapelle wurde 1713 als Missionskirche von dem Denklinger Missionar Johannes Buschmann erbaut. Im mittleren Gang befinden sich im Bodenbelag zwei Grabplatten, die stark abgetreten und deshalb schwer zu entziffern sind. Die Kapelle brannte am 09.04.1945 vollständig ab. Für den Wiederaufbau stiftete Fürstin Hatzfeld 30 Festmeter Holz und 1946 wurden 3.000 Reichsmark gesammelt. Der Wiederaufbau begann im Sommer 1951 mit Unterstützung von Gemeinde, Kreis, Provinz und Erzdiözese.

Entstehung des Reichshofes
Die älteste Urkunde von Eckenhagen ist von 01. August 1167. Es handelt sich um eine Schenkungsurkunde des Kaisers Friedrich I (Barbarossa) an den Erzbischof Rainald von Dassel zu Köln. Die Schenkung an Köln wurde am 12. Juli 1198 und am 12. Januar 1205 von den Nachfolgekönigen Otto IV und Philipp erneut bestätigt. Die Reichs-, früher auch Königshöfe genannt, sind hauptsächlich eine Schöpfung Karl des Großen. Der Königshof hat neben seiner wirtschaftlichen und politischen Bedeutung auch die Besiedlung des ganzen Raumes eingeleitet. In der Mitte des 16. Jahrhunderts war Eckenhagen Sitz der höheren Bergbeamten. Die Verwaltung und die Gerichtsbarkeit lag derzeit in den Händen des Bergvogts.

Ausführliche Entstehungsgeschichte
In der Karolingischen Zeit hat es einen Reichshof Eckenhagen gegeben, der sozusagen eine Staatsdomäne des Kaisers war, und die auf seinen Rundreisen durch sein Reich ab und zu angefahren wurde. Dieser Reichshof wurde dem Erzbischof von Köln und damaligem Reichskanzler durch eine Urkunde am 01.08.1167 von Kaiser Barbarossa für die Verdienste, die sich der Kanzler mit seinen Rittern im Kampf gegen die Italiener erworben hatte, geschenkt. Die Urkunde wurde in Rom ausgehändigt. Als Eigner hat von Dassel seinen Reichshof jedoch nie gesehen, denn er ist schon am 14. August 1167, wie auch viele seiner Ritter, an einer Seuche in Italien gestorben. Der Reichshof blieb 90 Jahre bei der Kölner Kirche und war wegen seiner Silber- und Bleibergwerke sehr interessant. Wahrscheinlich wurde von diesem Erlös ein Teil des Dombaus zu Köln finanziert, den Konrad von Hochstanden als Zweitnachfolger von Dassel begann. Dann ging der Reichshof an die Grafen von Berg über, und zwar bis zur napoleonischen Zeit. Das Gebiet des damaligen Reichshofes umfaßte auch das Gemeindegebiet, die in nachnapoleonischer Zeit gegründeten Zivilgemeinden Denklingen und Eckenhagen.

Als im Jahre 1969 die kommunale Neugliederung anstand, sollten die beiden vorgenannten Landgemeinden zusammengeschlossen werden, und es mußte ein Name für die neue Gemeinde gefunden werden. Wie das so im kommunalpolitischen Raum ist, "durfte" die neue Gemeinde weder Denklingen noch Eckenhagen heißen, und man gab als Arbeitstitel für den Landtag den vorläufigen Namen "Reichshof" nach Düsseldorf. Da bis zum Neugliederungsgesetz keine Einigung zustande kam, ging diese mit dem Namen "Reichshof" in das Neugliederungsgesetz ein. Die neue Gemeinde besitzt eine Flächengröße, die dem damaligen Reichshof entspricht (114 qkm und 106 Dörfer und Weiler, bei rd. 19.500 Einwohnern). Bei all den Dörfern gibt es kein Dorf mit dem Namen Reichshof, was in der ersten Zeit zu postalischen Schwierigkeiten führte. Damit keine Missverständnisse aufkommen, finden Sie heute obenan den Namen des jeweiligen Dorfes und darunter dann die Bezeichnung "Gemeinde Reichshof".

Entstehung des Namens "Bergisches Land"
Das Bergische Land hat seinen Namen den Grafen von Berg zu verdanken. Denn Bergisches Land, das ist in erster Linie ein historischer und weniger geographischer Begriff. In dem heutigen Oberbergischen Kreis herrschten im Norden die Grafen von der Mark, im Osten die Herren von Berg, im Südosten die Wildenburger und im Süden die Grafen von Sayn und Homburg. Die entstandenen Streitigkeiten wurden durch Verträge am 27. Mai 1527 zwischen Johann von Sponheim, dessen Sohn Gottfried von Sayn und ihrem Verwandten Adolf von Berg beendet. Von Sayn übertrug die Gerichtsbarkeit von Eckenhagen in die bergische Verwaltung, während der erbeigene Besitz der Bürgermeister in Eckenhagen und Denklingen erst im Siegburger Vertrag vom 12. Juni 1604 bergisch wurde.

Landwehren
Unter Landwehren versteht man Wälle und Gräben, die in früheren Zeiten zum Schutz des Landes angelegt wurden. Durch die daraufstehenden "Landhecken" erhalten sie erst ihren eigentlichen Wert als Hindernisse gegen feindliche Überfälle. Es wird vermutet, dass die im Osten des bergischen Landes vorhandenen Landwehren im frühen Mittelalter als Grenzschutz gegen die Sachsen gedient haben. Im Heilklimatischen Kurort Eckenhagen befanden sich im Osten, Norden, Süden und Westen ebenfalls Landwehren zum Schutz gegen feindliche Übergriffe der Sachsen.

Die Burg Denklingen
Ursprünglich scheint Denklingen ein alter saynischer Gerichtshof gewesen zu sein. Das jetzige, im Laufe des 16. bis 18. Jahrhunderts entstandene Burggebäude war eine Wasserburg. 1672 wurde die Amtsverwaltung Windeck in die Denklinger Burg verlegt. Die Benennung "Rentei" erfolgte dadurch, das der Rentmeister hier seinen Sitz hatte. Im Jahre 1987 wurden die Restaurationsarbeiten an der Burg abgeschlossen. Das zweigeschossige Torhaus aus dem Jahre 1698 wurde bei den Renovierungsarbeiten wieder geöffnet. Die an den Seiten befindlichen Steingewölbe, die einstmals dem Hochgericht Windeck als Gefängnis dienten, waren bei der Ortsbildung aus Zweckmäßigkeit zugemauert worden.

Kapelle Denklingen
Die Kapelle gehörte zum Terrain der Burg. Im Jahre 1662 überließen die Reformierten die Kapelle den Katholiken zur Mitbenutzung. Kurze Zeit später, 1693/94, wurde die Kapelle von beiden Konfessionen renoviert und erhielt ihre jetzige Form. Durch Verjährung und Gewohnheitsrecht war die Kapelle katholisches Besitztum geworden und wurde 1880 von der ev. Gemeinde Odenspiel (Denklingen war zu dieser Zeit Odenspiel kirchlich unterstellt) zurückgekauft. 1904 wäre die Kapelle beinahe als "denkmalsunwert" abgerissen worden. (Gottesdienste fanden inzwischen in der 1903 erbauten ev. Kirche statt). Sie konnte jedoch gerettet werden und beherbergte bis zur Bildung des Oberbergischen Kreises das Heimatmuseum des alten Kreises Waldbröl.

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